Das Wichtigste auf einen Blick

Die Kosten-Ertrags-Quote – die täglichen Betriebskosten geteilt durch die täglichen Mining-Erlöse – ist die wichtigste Kennzahl für das finanzielle Risiko eines Bitcoin-Miners. Bei einem Wert von 0,60 entfallen 60 % der Erlöse auf Kosten; je näher die Quote an 1,00 heranrückt, desto näher ist die Maschine daran, mit Verlust zu minen. Effiziente Hardware kann günstigen Strom übertrumpfen: Ein S21 XP in Norwegen weist eine niedrigere Quote auf als weniger effiziente Maschinen, die mit günstigerem Strom betrieben werden.

Kosten-Ertrags-Verhältnis: Die Kennzahl zur Bewertung des finanziellen Risikos für Bitcoin-Miner

Gestern habe ich mit einem unserer Kunden gesprochen, der bei uns Bitcoin-Miner in Äthiopien, Norwegen und Finnland betreibt.

Unser Kunde wies darauf hin, dass sich das Kosten-Umsatz-Verhältnis seiner Maschinen an den drei Standorten erheblich unterschied – eine einfache, aber aussagekräftige Feststellung.

Diese eine Zahl spiegelt die finanzielle Widerstandsfähigkeit eines Bergbaubetriebs wider.

In diesem Artikel werde ich erläutern, was die Kosten-Ertrags-Quote ist, wie man sie berechnet und warum sie die wichtigste Kennzahl zur Bewertung des finanziellen Risikos für Bitcoin-Miner ist.

Was die Kosten-Ertrags-Quote aussagt

Die Kosten-Ertrags-Quote (CRR) misst das Verhältnis zwischen den Betriebskosten Ihrer Maschine und ihren Mining-Erträgen.

Die Berechnung lautet wie folgt: Kosten-Umsatz-Verhältnis = Tageskosten ÷ Tagesumsatz

Wenn Ihr S21 beispielsweise täglich 10 $ Umsatz generiert und Ihre Betriebskosten (Hosting) 6 $ betragen, dann gilt: 6 ÷ 10 = 0,60

Das bedeutet, dass 60 % Ihres Umsatzes für Betriebskosten aufgewendet werden, sodass eine Bruttomarge von 40 % verbleibt.

Je näher diese Quote an 100 % heranrückt, desto näher ist Ihr Miner an einem negativen Cashflow.

Vergleich der Mining-Standorte von Hashlabs: Äthiopien, Finnland und Norwegen

Der Schnellvergleich unseres Kunden hat deutlich gezeigt, wie sich Unterschiede bei den Hosting-Tarifen und den Maschinenmodellen auf das Kosten-Ertrags-Verhältnis auswirken.
Bei diesem Kunden handelt es sich um einen diversifizierten Miner – und zwar um einen sehr umsichtigen.

Er betreibt Maschinen in drei Ländern: Äthiopien, Finnland und Norwegen, und setzt drei verschiedene Maschinenmodelle ein, wodurch seine Flotte sowohl geografisch als auch technisch diversifiziert ist.

Hier ist eine Übersicht über seine Flotte:

Die nachstehende Grafik zeigt einen Vergleich ihrer Kosten-Umsatz-Verhältnisse.

Wir werden nun die Ergebnisse aus der Grafik Land für Land erläutern.

Norwegen – die effizienteste Lösung

Der in Norwegen betriebene Antminer S21 XP mit Kosten von 0,72 NOK (0,072 US-Dollar) pro kWh weist mit 46 % das niedrigste Kosten-Ertrags-Verhältnis auf.

Das ist beeindruckend – vor allem, wenn man bedenkt, dass Norwegen zu den teureren Hosting-Standorten von Hashlabs gehört.

Der Grund? Effizienz.

Die S21 XP ist eine außerordentlich effiziente Maschine, die im Verhältnis zu ihrem Stromverbrauch hohe Erlöse erzielt.

Auch wenn Strom teurer ist, ist seine Energie-Umsatz-Umwandlung so gut, dass die Gesamtquote niedrig bleibt.

Finnland – ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten und Effizienz

Der WhatsMiner M63S+ in Finnland wird zu ungefähr denselben Hosting-Kosten in US-Dollar betrieben wie in Norwegen, doch sein Kosten-Ertrags-Verhältnis ist höher und liegt bei etwa Mitte 50.

Das liegt daran, dass der M63S+ etwas weniger effizient ist als der S21 XP.

Dennoch schneidet Finnland weiterhin sehr gut ab und zeichnet sich durch eine hohe Verfügbarkeit, Stabilität und ein wettbewerbsfähiges Verhältnis von Effizienz und Kosten aus.

Äthiopien – höchste Quote, schnellste Amortisation

In Äthiopien nutzt der Kunde den Antminer S19K Pro, der zu einem Preis von 0,059 $/kWh betrieben wird.

Trotz des niedrigsten Strompreises weist diese Konfiguration mit 63 % das höchste Kosten-Ertrags-Verhältnis auf.

Der Grund dafür ist ganz einfach: Mit 23 J/T ist der S19K Pro in Norwegen etwa 70 % weniger effizient als der S21 XP.

Diese enorme Effizienzlücke erklärt, warum das äthiopische System – trotz günstiger Strompreise – letztendlich eine höhere CRR aufweist.

Allerdings bietet Äthiopien auch die kürzeste potenzielle Amortisationszeit, da ältere und weniger effiziente Maschinen wie der S19K Pro deutlich günstiger in der Anschaffung sind.

Für Bergleute, die bereit sind, ein höheres finanzielles Risiko im Gegenzug für eine schnellere Amortisation einzugehen, kann dies nach wie vor ein attraktiver Kompromiss sein.

Das Wichtigste auf einen Blick: Zwei Faktoren bestimmen Ihre CRR

Das Kosten-Umsatz-Verhältnis hängt von zwei Hauptfaktoren ab:

  1. Maschineneffizienz – wie viele Joule pro Terahash Ihre Maschine verbraucht.
  2. Hosting-Kosten – Ihre Kosten für Strom und Infrastruktur.


Um Ihre CRR zu minimieren, sollten Sie idealerweise die effizienteste Maschine zum niedrigstmöglichen Hosting-Tarif wählen.

Betrachtet man jedoch die Kapitalrendite – die wir häufig anhand der Amortisationszeit messen –, ist es nicht immer optimal, nach maximaler Effizienz zu streben.

Hocheffiziente Maschinen sind teuer, daher kann sich ihre Amortisationszeit als lang erweisen.

Günstigere, weniger effiziente Maschinen können sich zwar schneller amortisieren, sind jedoch mit höheren CRRs und einem größeren Risiko bei Marktabschwüngen verbunden.

Der ideale Ansatz besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen Effizienz und Kosten zu finden, das Ihrer Risikobereitschaft und Ihrem Anlagehorizont entspricht.

Abschließende Gedanken

Die Kosten-Ertrags-Quote erfasst nicht alle Risiken – sie spiegelt weder regulatorische noch Gegenparteirisiken oder operative Probleme wider.

Dennoch bleibt sie die zentrale Kennzahl für das finanzielle Risiko von Bergbauunternehmen, da sie genau quantifiziert, wie weit man davon entfernt ist, einen negativen Cashflow zu erzielen.

Seit Jahrzehnten branchenübergreifend im Einsatz – von Fabriken bis hin zu Kraftwerken – ist dies die einfachste und effektivste Methode, um die finanzielle Widerstandsfähigkeit im Bitcoin-Mining zu messen.

Rentabilität kommt und geht, aber Widerstandsfähigkeit hält einen am Leben.

Jeder Bergbauunternehmer sollte sein Kosten-Ertrags-Verhältnis kennen – und seinen Betrieb entsprechend ausrichten.